Higashionna Kanryo
| HIGASHIONNA KANRYO, auch Higaonna
oder Higanuma, ist einer der bekanntesten Meister der Kampfkünste
und beeinflusste die Entwicklung in vielerlei Hinsicht. Higashionna,
auch genannt "der Heilige des Faustschlages" (Kensei) war
einer der ersten Großmeister des Naha-te. |
| Er wurde am 10.März 1853 als
viertes Kind von Higashionna Kanyo in Naha (West-Dorf Nishimura)
geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf.
Schon als Kind lernte er die Kampfkünste
kennen, indem er begann, das Shuri-te zu erlernen. Zuerst
beobachtete er die Übungen seines Vaters, der sich entschloss, ihn
die Kampfkünste lernen zu lassen.
Mit 14 Jahren (er wurde "Moshi"
als Kind genannt) wurde er Meister ARAGAKI
TSUJI PEICHIN SEISHO (NIIGAKI), einem ehemaligen Schüler von IWAH,
vorgestellt und begann bei ihm zu lernen (1867). Bei ihm lernte
HIGASHIONNA auch die Luohanquan (Archat Boxen, auch Mönchsfaustboxen).
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Higashionna (Mitte sitzend) im
Kreis seiner Familie
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Bald war er in ganz Naha für seine
Fähigkeiten bekannt. Aufgrund seiner Herkunft und um ihn von einem
Verwandten zu unterscheiden nannte man ihn auch Higashionna West.
Später lernte er bei KOJO DAITEI, dem er von Aragaki vor dessen
Abreise nach Beijing im September 1870 vorgestellt wurde. Weiterhin
lernte er auch YOSHIMURA UDUN CHOMEI, einen Lehrer im bekannten Kojo-Dojo,
kennen und lernte auch bei ihm.
Dadurch wurde es ihm möglich, nach
China zu reisen, um sein Wissen über die Kampfkünste zu erweitern.
Bei wem er dort genau übte, ist widersprüchlich überliefert. Er
soll unter anderem im Kojo-dojo trainiert haben, als er mehrfach als
Hilfsangestellter von YOSHIMURA nach China reiste.
Andere behaupten, er hätte unter WAI
XINXIAN (WAICHINZAN) trainiert, der zwar ein eigenes Dojo hatte,
jedoch auch Beziehungen zum Kojo-Dojo hatte. Bei ihm soll
HIGASHIONNA das Xingyiquan gelernt haben.
Jedoch ist sicher, dass HIGASHIONNA im November 1874 nach Fuzhou (Fujian
/ China) reiste und dort ein Jahr in der okinwanischen Siedlung
Ryukyu kan lebte und im Kojo-dojo bei IWAH
und WAI XINXIAN lernte. Später wurde er dem Quanfa-Meister RYU
RYUKO vorgestellt, der ihn nach langer Bewährungszeit als Schüler
annahm und ihn im Hequan (Kranichstil) unterwies.Aus diesem Stil ist
später das Hakutsuru ken entstanden. Jedenfalls unterstützte
HIGASHIONNA am Tag seinen Lehrer in dessen Geschäft und lernte
abends bei ihm. Trotzdem bekam er nie die offizielle Lehrerlaubnis
von RYU RYUKO, weil er kein Chinese war.
Ganze 16 Jahre blieb er persönlicher Schüler von Meister RYU RYUKO,
bis er wieder nach Okinawa zurückkehrte. Dort arbeitete er zunächst
im Feuerholzgeschäft seiner Eltern, verfiel aber zunehmend in
Depressionen aufgrund seiner Perspektivlosigkeit.
links: Übersicht
Higashionna Kanryo (Copyright BSK)
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Als die japanische Armee Interesse
am Karate zeigte, eröffnete HIGASHIONNA ein Dojo in Tondo Naha shi.
Dort unterrichtete er seine perönliche Auffassung der gelernten
chinesischen und
okinawanischen Kampfkünste. Seinen Stil nannte er Shorei ryu, der
hauptsächlich die Bewegungen der Sanchin Kata und die des
Kranichstils (Hakutsuru) betonte. So änderte er zum Beispiel
die Kata Sanchin, indem er sie öffentlich mit der geschlossenen
Faust lehrte.
Er lehrte in den Folgejahren in verschiedenen Dojo der Polizei, u.a.
auch zusammen mit seinem Freund ITOSU YASUTSUNE.
HIGASHIONNA starb am 23. Dezember
1915 oder im Oktober 1916. |

Treffen einiger Karate-Meister
1913.
(2. von rechts Higashionna Kanryo , Mitte stehend Miyagi Chojun,
4. von rechts Kyoda Kohatsu.)
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Schüler HIGASHIONNAs waren u.a.:
YOSHIMURA CHOGI, KYODA KOHATSU, MIYAGI
CHOJUN, GUSUKUMA TSUNETAKA, SHIROMA TSUNETAKA, NAKAMOTO SEIBUN,
TABARA TAIZO, SAKIMA REI, IKEMIYAGUSUKU YOSHITERU, JICHIYAKU
TOMONORI, URA SOKI, MOTODA und MABUNI
KENWA.
Offizieller Nachfolger wurde sein Schüler KYODA
KOHATSU, der ihm sehr nahe stand. Ihm vererbte er die
Geheimlehren und auch ein Exemplar des Bubishi. |
Das Buch "Die Meister des Karate und
Kobudo" zu diesen Biographien gibt's
hier
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