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Kyan Chotoku übte gern mit einem Hindernis im Rücken, das ein zurückweichen verhinderte. Seine Strategie hatte zum Ziel, abzuwehren und sofort einen Gegenangriff auszuführen.
Sein Stil, das Shobayashi ryu, sollte das Shorin ryu in den folgenden Jahren entscheidend mit beeinflussen.
Kyan übte ein zwei verschiedenen Makiwara. Eins, das flexibel ist, für Fauststöße und ein stabiles für Fußtritte. Er muss sich sehr intensiv mit dem Makiwara-Training auseinander gesetzt haben, da gesagt wird, er hätte über 50 Arten des Treffens am Makiwara entwickelt.
Kyan's Lieblingskatas waren Passai, Chinto und Kushanku. Seine Kata haben oft eine eigene Note. In seinen Erinnerungen über Kyan schreibt TAMAE HIROYASU, dass andere Meister des Shuri te Kyan’s Kata als „Inaka-de“ oder auch „primitiv“ bezeichneten.
Seine Schüler ließ er gern im Dunkeln üben, um ihnen das Kämpfen im Dunkeln zu lehren. Seine Schüler Shimabukuro Taro und Aragaki Ankichi nutzten Laternen, um ihren Weg zu Kyans Haus zu erleuchten, doch er verbot ihnen, diese zu benutzen, um so ihre Nachsehfähigkeit zu verbessern.
Auch das Üben auf unebenem Boden war nicht ungewöhnlich. Manchmal machte Kyan auch den Boden nass, um den Boden glatt zu machen.
Doch Kyan unterrichtete auch in einer besonderen Art: Er nahm einige seiner Schüler (Aragaki
Ankichi und Shimabukuro Taro) mit zum Trinken oder ins Brothel. Der Grund lag darin, dass seiner Meinung nach eine vielseitige Erfahrung Grundlage für eine Entwicklung in den Kampfkünsten ist. Er wollte seinen Schülern lehren, immer die Idee von „Busai“ (der wahre Kampfkunstweg) im Kopf zu haben und immer aufmerksam zu sein, egal was man tut (auch trinken, eine Brothel besuchen und sogar eine Rickschah ziehen).
Die meisten seiner Schüler unterrichtete Kyan an der Okinawanischen Schule für Landwirtschaft sowie an der Polizeistation von Kadena. Er hatte jedoch auch viele private Schüler.
Schüler Kyan's waren u.a. RICHARD KIM, Aragaki Ankichi,
SHIMABUKURO TATSUO, Shimabukuro Taro,
SHIMABUKURO ZENRYO, CHITOSE TSUYOSHI,
GIMA MAKOTO, MATAYOSHI SHINPO,
NAGAMINE SHOSHIN, NAKAZATO
JOEN, Chibana Choshin.
Ausgehend von seinem Stil werden von seinen Schülern später folgende Stile entwickelt:
Matsubayashi-ryu (Nagamine), Shorin ryu Shaolin (Shimabukuro Eizo),
Isshin-ryu (Shimabukuro Tatsuo), Chito-ryu (CHITOSE TSUYOSHI), Chubu Shorin-ryu (SHIMABUKURO ZENRYO), Shobayashi ryu (Shimabukuro Taro) und Shorinji-ryu (Nakazato
Joen).
Seine Lieblingsschüler waren Aragaki Ankichi und Shimabukuro Taro.

KYAN CHOTOKU :
Die Meisterschaft des Karate hängt nicht von der körperlichen Konstitution,
sondern von beständiger Übung ab.
ANLEITUNGEN ZUM TRAINING (KYAN CHOTOKU, 1933)
1. Man sollte beim Unterricht folgende Reihenfolge beachten: zuerst erklären, was Karate ist und welches die richtige Haltung im Trai-ning ist. Danach die Formen und Fußbewegungen lernen. Dann lernt man die Art und Weise, die Faust zu gebrauchen und den
Ellenbogen einzusetzen, dann wie man einen Fußtritt ausführt. Danach lernt man die Wurf- und Immobilisationstechniken und die dazugehörenden Abwehrformen. Schließlich lernt man die Kata und die Vitalpunkttechniken. Erst wenn man eine Kata gut kann, soll man mit dem Studium des Kampfes beginnen.
2. Den Kampf sollen Fortgeschrittene nur in traditioneller Weise, d.h. ohne Schutz üben. Bei Anfängern kann das Kämpfen zu Unfällen führen, und deshalb dürfen sie anfangs einen Körperschutz tragen.
3. Für das Training braucht man, abgesehen vom Makiwara und den bereits erwähnten Schützern, weder irgendein anderes Gerät noch einen Partner, noch viel Platz.
Im Laufe des täglichen Trainings ist es nötig, den Körper zu stärken, sich in Faust- und Fußtechniken zu üben, zu lernen, wie man die Extremitäten mobilisiert und sich mit Leichtigkeit bewegt. Dadurch lernt man die wichtigsten Prinzipien des Karate. Wenn man sich lange Zeit in dieser Weise übt, kann man schließlich die subtilen Prinzipien der Kata Anwendung verstehen und in jeder Situation passend handeln. Wenn man aber nur die Techniken des Körpers übt und diejenigen des Geistes vernachlässigt, wird die Kunst unbrauchbar. Man muss den Weg (Do) klar sehen und Bescheidenheit entwickeln, die Ruhe des Geistes, Promptheit und Tapferkeit lernen- nur so können die Techniken des Körpers angewendet werden. Dazu gibt es folgende Regeln:
1. Die Kampfkunst ist dazu gedacht, Gewalt zu beseitigen, Ärger zu vermeiden und sich im Notfall zu schützen. Deshalb müssen sich alle Kampfkunstübenden eine Haltung der Bescheidenheit und Zurückhaltung angewöhnen und sich mit einem Geist der Loyalität und Hingabe gegenüber ihrer Kunst und ihrer Gemeinschaft erziehen.
2. In der Kampfkunst ist es essentiell, im richtigen Moment zu handeln und seinen ganzen Geist, seine Kraft und seinen Körper in die Handlung zu legen. Derjenige, dessen Kraft zu offensichtlich und arrogant bleibt, ist untragbar für die Gesellschaft und wird von seinen Mitmenschen abgelehnt. Er wird irgendwann zu seinem eigenen Unglück. Darüber sollte jeder nachdenken. Es gibt ein Sprichwort: Die Faust soll an der Hüfte bleiben wie in einem Tresor. Man muss vermeiden, sie ohne wirklichen Grund zu gebrauchen.
3. Die Ziele des Karate do sind: Körpererziehung, Kampfkunst und Geisttraining.
4. Man muss die unbewegliche Haltung bewahren (Fudo) und das Ki im Bauch sammeln. Doch man muss vermeiden, dass man starr und rigide wird.
5. Wenn man sich in einer Kata übt, ist es notwendig, sie mit dem ganzen Willen auszufüllen, und dasselbe Gefühl zu entwickeln, wie wenn man einem Gegner gegenüberstehen würde.
6. Schnelligkeit ist in allen Bewegungen essentiell. Bei allen Fußbewegungen muss man Kraft in die Zehen legen und den Fußboden greifen.
7. Wenn man sich in der Kata übt, muss man ihren Sinn verstehen. Man darf sich nicht von der Technik als solche täuschen lassen und muss zwischen Jodan (oben), Chudan (Mitte) und Gedan (unten) gut unterscheiden. Training ohne Verständnis des Kata Sinns ist
umsonst.
8. Man muss am Makiwara trainieren und die Kraft des Schlages stärken. Unabhängig von der Schnelligkeit wird der Fauststoß
wirkungslos, wenn er keine Kraft im Treffen hat. Unabhängig von der Kraft im Treffen wird der Fauststoßes aber auch wirkungslos, wenn es an Agilität und Schnelligkeit in der Bewegung fehlt. Es darf daher weder die Kraft des Fauststoßes noch die Schnelligkeit der
Bewegung fehlen; sie sind wie die beiden Räder eines Wagens.
9. Man muss sich bemühen, den Geist, den Körper und die Augen in Einklang zu bringen.
ANLEITUNGEN FÜR DEN KAMPF (KYAN CHOTOKU, 1933)
1. Bevor man agiert, muss man zuerst die Kapazität des Gegners abschätzen. Wenn er stark ist, verlässt er sich ganz unvermeidlich auf seine Kraft und will angreifen. Also beschränke man sich darauf, abzuwehren, und startet den Angriff in dem Augenblick, in dem er eine Lücke zeigt. Dies ist die Strategie, durch die man die Kraft des Gegners für sich verwenden kann.
2. Wenn der Gegner nicht sehr stark ist, wird er in der Defensive sein, seine Körper- und Fuß Bewegungen vervielfältigen und oft zurückweichen. In diesem Fall darf man nur einen sicheren Fauststoß ausführen. Man braucht Fauststöße und Fußtritte, um
vorzugehen und zurückzuweichen und dann plötzlich anzugreifen. Wenn man die Initiative im Angriff übernimmt, muss man auf unerwartete Gegenangriffe achten.
3. Man darf nicht angreifen, weil man seine Kraft und Schnelligkeit überschätzt. Wenn jemand noch schneller ist, kann er einen
Gegenangriff ausführen, indem er die Bewegung des Angriffs vorausahnt.
4. Es ist notwendig, dass man vor dem Gegner die Technik verbirgt, die man anwenden wird, indem man seinen Willen verbirgt. Wie auch immer die Kapazität des Gegners ist, er kann nicht mehr als drei Schritte vor- oder zurückgehen.
5. Im Moment des Kampfes muss man seine Aufmerksamkeit auf die zentrale Linie von den Augen bis zu den Beinen legen. Man muss immer aufpassen, dass man keinen Fauststoß zwischen die Augen und keinen Fußtritt in die Hoden bekommt und dass man sich nicht fassen lässt. Im allgemeinen gilt, dass man nicht zuviel Kraft in die Abwehr legt. Wenn man zuviel Kraft in den Abwehrtechniken
verwendet, wird die Technik langsam, und man riskiert, den geeigneten Moment zu verpassen.
6. Wenn man den Arm des Gegners fasst, muss man das entscheidend tun, aber gleichzeitig weich bleiben. Der Geist muss
entschlossen sein, um adäquat auf die Aktion des Gegners zu reagieren.
7. Der Angriff muss immer schnell und entschlossen sein. Wenn er abgewehrt wird und sein angestrebtes Ziel nicht erreicht, kann er immer noch seinen Weg fortsetzen und einen anderen Punkt treffen. Selbst wenn der Angriff keinen starken Impakt hat, wird der Gegner dadurch gestört. In diesem Fall muss man, ohne zu zögern, mit anderen Angriffen folgen.
8. Es ist nicht unbedingt notwendig, die Fußtritte des Gegners mit der Hand abzuwehren. Man kann sie mit dem Bein abwehren und gleichzeitig einen Fauststoß starten. Selbst wenn der Gegner fällt, sollte man ihn nicht zu leicht treffen, denn er springt manchmal mit einem unerwarteten Angriff wieder auf.
9. Wenn der Gegner das Bein ergreift, ist dies nicht gefährlich, wenn man den Fuß sehr fest aufsetzt. Doch man muss aufpassen, wenn der Boden schlecht ist.
10. Wenn man dem Gegner gegenübersteht, dann muss man aufpassen, dass man nicht auf seine Strategie hereinfällt. Manche machen eine Fußtechnik, wobei sie vorher in die Hände klatschen oder die Hand fassen wollen, andere machen eine Fausttechnik und täuschen mit einer Fußtechnik. Reagiere auf Stimmen und auf Geräusche entsprechend dem, was sie sind. Man darf niemals nachlässig werden.
11. Wenn man es mit mehreren Gegnern zu tun hat, darf man niemals in den Nahkampf gehen, sondern man muss auf Distanz bleiben. Wenn man von rechts angegriffen wird, wendet man sich nach links, wird man von vorn angegriffen wird, greift man den Gegner hinten an.
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Das Buch
"Die Meister des Karate und Kobudo" zu diesen Biographien gibt's
hier Quellen : LIND WERNER - Das
Lexikon der Kampfkünste; LIND WERNER- Okinawa
Karate; Silvan, Jim - Okinawan
Karate- Its Teachers and Their Styles; Nagamine, Shoshin - Tales
of Okinawa's Great Masters; Seijin Jahana: Legend of Choki Motobu (http://seinenkai.com/articles/sanzinsoo/choki.html),
Noble, Graham: Masters of the Shorin ryu (http://seinenkai.com/articles/noble/noble-shorin1.html - insbesondere Teil 3)
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