MUTSU MIZUHO
Über MUTSU MIZUHO (auch Zuiho Mutsu
aufgrund fälschlicherweise okinawanischer Aussprache) existieren leider
relativ wenige Informationen. Sein eigentlicher Name war TAKADA MIZUHO.
Mutsu war neben FUNAKOSHI GICHIN und OTSUKA HIRONORI einer der
bekanntesten Karatelehrer der Universitätskarate-Klubs der Vorkriegszeit,
in dem er als Shihan von April 1933 bis Februar 1936 unterichtete [Kinjo,
1999; Ohgami, ?].
Er lebte in Aizu Wakamatsu. Seinen Namen änderte er zwischen 1930 und
1933 von Takada zu Mitsu [Swift,
1999; Swift, ?].
Nachdem er sein Studium an der Keio-Universität in Tokyo beendet hat (Bachelor
of Law), begann er an dieser Universität zu arbeiten. Dort wurde er
Vizepräsident der Tokyo University Karate Kenkyukai.
Anfangs unterrichtete er 1926 im Tokyo Teikoku University Karate
Kenkyu-kai [Kinjo, 1999].
1936 versuchte er, einen Platz im Repräsentantenhaus zu bekommen und
missbrauchte dabei den Namen der Tokyo University Karate Kenkyu Kai ohne
Erlaubnis. Aus diesem Grund musste er diesen Club verlassen [Kinjo,
1999; Ohgami, ?].
Mutsu soll auch in China und Okinawa die
Kampfkünste gelernt haben, wobei ersteres bisher nicht nachgewiesen
werden konnte [Ohgami, ?].
Im Sommer 1929 besuchte er zusammen mit MIKI NISABURO die
Kampfkunstexperten KOJO KAHO, OSHIRO CHOJO, KYAN
CHOTOKU, YABIKU MODEN, MIYAGI CHOJUN
und YABU KENTSU auf Okinawa [Gima
1986; Takada 1930; Ohgami, ?].
Während sie meist freundlich aufgenommen wurden, wurden sie im Kojo-Dojo
regelrecht rausgeschmissen [Gima
1986]. Auch führte Mutsu die
Kata Naihanchi den Passai vor Yabiku Sensei vor. Dieser meinte, das sei
kein Karate, sondern lebloser Tanz [Gima
1986; Takada 1930].
Aus diesen Erfahrungen resultierend veröffentlichte er 1930 zusammen mit
Miki das Buch "Kenpo Gaisetsu". Es war das erste Buch, das die
Kata Passai Sho, Gojushiho und Kusanku Sho enthielt, sowie einen Teil
über Bojutsu. 1933 wurde das Buch "Karate (Toudi) Kenpo" von
ihm veröffentlicht, das mit fast 500 Seiten sehr umfangreich war. Es
enthielt die Kata Passai-sho, Kushanku-sho, Niseishi, Chinte und Gojushiho
sowie die 15 Kata die FUNAKOSHI GICHIN in seinen Publikationen beschreibt.
Im 18. August 1933 kam er zusammen mit HIGAONNA KAMESUKE in Hawaii an, um
dort Karate zu unterrichten [Haines,
1985; Ohgami, ?]. Aufgrund seiner
Verpflichtungen als Vizepräsident kam er ein Jahr später wieder nach
Japan zurück. Trotzdem waren bei so etwas wie Pioniere, die erstmals
Karate außerhalb Japans unterrichteten. Diese Tätigkeit war die
Voraussetzung für die weitere Entwicklung des amerikanischen Karate.
Im Herbst 1935 organisierte Mutsu ein Seminar mit MOTOBU
CHOKI am Tokyo University Karate Club [Ohgami,
?]. Da Mutsu Schüler von
Funakoshi war und die Rivalität zwischen Funakoshi und Motobu bekannt
war, ist dieser Fakt sehr außergewöhnlich.
Das Buch "Die Meister des Karate und Kobudo"
zu diesen Biographien gibt's hier
Quellen:
GIMA, S. and FUJIWARA, R. (1986) Taidan:
Kindai Karatedo no Rekishi wo Kataru (Conversations on the History of
Modern Karatedo). Tokyo: Baseball Magazine.
HAINES, B. (1997) Karate's History and Traditions (Second Edition).
Tokyo: Tuttle.
KINJO, H. (1999). "Thoughts on the Republication of Karate Kenpo."
(Vorwort zur Neuauflage von "Toudi Kenpo") Okinawa: Yoju
Shorin.(http://seinenkai.com/art-mutsu2.html)
MUTSU, M. (1933) Karate Kenpo. Reprinted 1999. Okinawa: Yoju Shorin.
OHGAMI SHINGO (?): "The Situation of Karate Overseas: Mutsu Mizuho
Shihan & American Karate" (übersetzt von PATRICK & YURIKO
McCARTHY) (http://seinenkai.com/art-mutsu1.html)
SWIFT, C.J. (1999) Mutsu Mizuho's Karate Kenpo. (http://seinenkai.com/art-mutsu3.html)
SWIFT, J. (?) Wisdom from the Past: Tidbits on Kata / Applications from
Pre-War Karate Books.Part Four: Mutsu Mizuho's "Karate Kenpo";
(http://seinenkai.com/swift-tidbits4.htm)
TAKADA, M. and MIKI, N. (1930) Kenpo Gaisetsu. Tokyo: Tokyo
Imperial University Karate Research Society
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