Nagamine Shoshin
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NAGAMINE
SHOSHIN wurde am 15. Juli 1907 in
Tomari geboren und war als Kind sehr kränklich. Als er 17 Jahre war, begann er aufgrund einer
Magenerkrankung
mit der Übung des Karate unter Meister KUBA CHOJIN. Schon nach kurzer
Zeit stellte Nagamine fest, dass sich sein Gesundheitszustand
verbessert hatte und so entschied er sich endgültig für Karate.
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Mit 19 Jahren lernte er in Shuri in
einer Karateschule, die von SHIMABUKURO
TARO geleitet wurde. Zusammen mit diesem trat er später der Schule
von ARAGAKI ANKICHI
(Schüler von GUSUKUMA SHIMPAN, HANASHIRO
CHOMO, CHIBANA CHOSHIN and KYAN
CHOTOKU) bei, der ihm von Shimabukuro empfohlen wurde. Im Abschlussjahr der
Hochschule ist er Leiter der Karateschule. Anlässlich einer
Vorführung in Naha trainierte er in der Vorbereitungszeit mit IHA
KOTATSU, einem Schüler von MATSUMORA
KOSAKU.
Von 1928 bis 1931 diente er beim japanischen Militär in China,
hatte dort aber keinen Kontakt zu den Kampfkünsten bekommen.
Nachdem er den Militärdienst beendet hatte, arbeitete
er ab Dezember 1931 bis 1935 bei der Polizei in der Ortschaft Kadena, um seine Übungen fortsetzen
zu können. Während dieser Zeit lernte er direkt unter KYAN
CHOTOKU, bei dem er die Kata Bassai, Kushanku und Chinto erlernte.
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Nagamine (mit Gi ganz rechts)
anlässlich einer Vorführung in Shuri mit anderen bekannten
Karate-Meistern (u.a. Miyahira Katsuya, Uehara Seikichi)
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Als er 1936 in Tokyo an der Polizeiakademie studierte, war er gleichzeitig Schüler
bei MOTOBU CHOKI und begann 1938 mit der Übung des
Kendo. Während dieser Zeit lernte er HANASHIRO
CHOMO und YABU KENTSU kennen. Beide warnten ihn vor den
Änderungen, die die Japaner an den Kata vornahmen.
Nach einer Prüfung
wurde er im Mai 1940
zum Renshi ernannt und erlangte gleichzeitig den 3. Dan im Kendo. Er war
später auch Mitglied des Kendo-Teams der okinawanischen Polizei und
nahm auch an Wettbewerben teil. Der Grund für seine Begeisterung
für diese japanische Schwerkunst lag im Forscherdrang von Nagamine.
Er wollte die Gemeinsamkeiten von Kendo und Kata herausfinden.
Sein erstes Karate Dojo namens Tomari Ken Yu Kai eröffnete Nagamine
1943 in Tomari. Sein Lehrer Kyan Chotoku war auch bei der Eröffnung
zugegen und führte die Passai, sowie Bojutsu vor. Das Dojo wurde
jedoch während des Krieges zerstört.
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Die Linie des Matsubayashi ryu
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Kurz nach Beendigung des Krieges
arbeitete Nagamine in einem Hospital. Zufällig fand er zu dieser
Zeit eine Ausgabe von FUNAKOSHI's "Karate-Do Kyohan".
Fortan glaubte er, dass sei kein Zufall sondern sein Schicksal,
welches ihm den Weg des Karate weisen wolle. Er arbeitete weiter als
Polizist, setzte sich aber mehr denn je für die Förderung des
Karate ein, um so jungen Menschen wieder einen Sinn für Moral und
Zukunftsperspektiven zu geben.
Als Polizist unterrichtete er andere Polizisten im Judo und brachte
ihnen nebenbei auch Karate bei. Nachdem er mit seinem Judoteam einen
großen Judowettkampf gewonnen hatte, gab er seinen Posten auf, um
ein Dojo aufzubauen.
1940 entwickelte er auf Anfrage des Gouverneurs von Okinawa, GEN
HAYAKAWA, eine einfache grundlegende Kata für Anfänger. Diese Kata
(Fukyugata Ichi) ist eine der 18 im Matsubayashi ryu praktizierten
Kata.
Im Juli 1947 gründete er den Stil Matsubayashi
ryu. Der Name basierte auf den Anfangssilben seiner beiden
wichtigsten Lehrer seiner Lehrer Kyan und Motobu: MATSUMURA
SOKON (Shuri te) und Matsumora Kosaku (Tomari te). Er war zwar nicht deren direkter Schüler, stand aber bei
beiden in deren direkten Nachfolgelinie. So wollte er diese beiden
großen okinawanischen Meister ehren.
Im Januar 1953 eröffnete Nagamine sein eigenes
Dojo in Naha, das er Kodokan Karate-do oder auch Kobujutsu Dojo nennt. |
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1976 veröffentlichte Nagamine sein erstes Buch, "The Essence of
Okinawan Karate Do". Dieses Buch wurde grundlegend für den Stil, da
er in ihm die 18 Kata sowie die sieben Formen des Yakusoku-kumite
beschrieb.
Nagamine war auch Begründer des World Matsubayashi (Shorin ryu) Karate
Association (WMKA). In seinem Leben unterrichtete er über 10.000 Schüler
weltweit
Nagamine praktizierte nicht nur Karate,
sondern war auch ein eifriger Schüler des Zen. So übte er sich im Zazen
und war der Meinung, dass die Meditation ein wichtiger Bestandteil des
Karate sei. Er erhielt 1996 den Zen-Namen "Kenzan Nagamine", was
soviel wie "Faust- oder Karate-Berg" bedeutet und war somit der erste Karate-Meister, der
diese Ehrung der Rinzai Zen Tradition erhielt. Damit wurde bestätigt,
dass er die Idee "Ken Zen Ichiyo" (Karate und Zen als Einheit)
verwirklicht hatte.
Auch der Kalligraphie und den okinawanischen Tänzen widmete sich Nagamine
ein Leben lang. Für
ihm war die okinawanische Kultur wertvoll und erhaltenswert.
Auch anderen Kampfkünsten widmete er sich und erreichte in Judo und im
Kendo Dan-Graduierungen.
Er starb am 2. November 1997 auf
Okinawa. Sein Nachfolger ist sein Sohn TAKAYOSHI,
der auch der WMKA vorsteht.
Nagamine : "Karate ist ein
Training von Körper und Geist, das einen zum besseren Verständnis sowohl
des Ich als auch der Welt verhilft."
Bücher von Nagamine Shoshin:
Nagamine, Shoshin - Tales
of Okinawa's Great Masters
Nagamine, Shoshin - The
essence of okinawan Karate-Do
Das Buch "Die Meister des Karate und Kobudo"
zu diesen Biographien gibt's hier |
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