NAKAYAMA MASATOSHI
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Einer der
bekanntesten Meister des Shotokan-Karate ist Nakayama Masatoshi, der
einem alten Samurai-Geschlecht (Sanada) aus Tokyo entstammt. Geboren
wurde er 1913 in Kanazawa. Die Kampfkünste hatten in seiner Familie eine
lange Tradition. Sein Großvater NAKAYAMA NAOMICHI war Lehrer der
Schwertkunst. Sein Vater NAKAYAMA NAOTOSHI studierte Judo.
Da sein Vater als Stabsarzt bei der Armee arbeitete, kam Nakayama schon
als Kind nach Taiwan, wo er Kendo und andere Budo-Künste lernte. Ziel
seiner Eltern war es, dass Nakayama auch medizinischer Offizier wird.
Doch Nakayama träumte schon lange davon, nach China zu gehen. Aus diesem
Grund schrieb er sich nicht wie geplant an der Himeji-Universität
(Medizin), sondern an der Takushoku-Universität ein, um die Geschichte
und Sprache Japans zu studieren. Diese Universität sollte Japaner
ausbilden, die Japan im Ausland vertreten (insbesondere in Südostasien).
Ging es doch zu dieser Zeit darum, die (militärische) Expansion Japans
in Asien vorzubereiten.
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An der Uni schrieb er
sich bei der Kendo-Klasse ein, verwechselte jedoch die Trainingszeiten
und landete so aus Versehen in der Karate-Klasse, in der FUNAKOSHI
GICHIN unterrichtete. Nakayama beschrieb das Treffen so :
Plötzlich kam ein alter Mann ins
Dojo und begann die Schüler zu unterrichten. Er war sehr freundlich
und lächelte jeden an, aber er war ohne Zweifel der Cheftrainer. An
diesem Tag erhielt ich einen ersten Eindruck von Meister Funakoshi und
Karate. Ich entschied mich, dass ich ihn sehr mochte und versuchen
würde, an der nächsten Karate-Klasse teilnehmen würde, da es aufgrund
meiner Kendo-Erfahrung leicht sein würde.
Beim nächsten Treffen geschahen zwei Dinge, die mein Leben
veränderten: Erstens, vergaß ich Kendo komplett, und zweitens bemerkte
ich, dass Karate-Techniken nicht leicht auszuführen waren. Seit diesem
Tag habe ich nie den Ergeiz verloren, die Techniken des Karate-Do zu
meistern.
So begann 1932 mit dem Karate-Studium.
Zu dieser Zeit bestand das Karate-Training unter Funakoshi aus dem
endlosen Wiederholen von Kata und dem Schlagen des Makiwara. Nur etwa
zehn Prozent der Schüler waren nach sechs Monaten immer noch da. Die
Generation, die mit Kämpfen im Kendo, Judo etc. aufgewachsen war, konnte
mit dieser Art Training nichts anfangen. So gab es, anfänglich ohne
Wissen von Funakoshi Gichin, erste Bestrebungen Zweikämpfe im Karate
einzuführen. So wurde 1933 das Gohon-Kumite, 1934 das Jiyu-Ippon-Kumite
und 1935 das Jiyu-Kumite eingeführt. Nakayama Masatoshi gehörte zu
denen, die 1936 erstmals diese neuen Trainingsformen im Tokyo Civic
Center vorführten. Er lernte ca. vier Jahre mit Unterbrechungen bei
Funakoshi. Täglich übte er fünf Stunden Karate.
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Neben seinem
Karatetraining studierte Nakayama die chinesische Geschichte und
Sprache. 1933 reiste er erstmals für drei oder vier Monate in die
Mandschurai. 1937 reiste er nochmals nach China als Austauschstudent und
um später bei der chinesischen Regierung zu arbeiten. Erst 1946 kam er
nach Japan zurück.
Auch während dieser Zeit übte er sich in den Kampfkünsten, allerdings
den chinesischen.
Durch seinen
Auslandsaufenthalt bekam er von den enormen Veränderungen des Shotokan
in den Jahren 1939 bis 1943 nichts mit. So musste er nach seiner
Rückkehr viele Dinge lernen, wobei ihm MIYATA MINORU besonders half, da
er auch nicht als Gleichberechtigter neben
EGAMI SHIGERU, NISHIYAMA HIDETAKA und
OBATA ISAO akzeptiert wurde.
Nakayama begann zu dieser Zeit, Karateka für die Idee der Umwandlung des
Karate in einen Wettkampfsport zu begeistern. So gewann er u.a. auch
Nishiyama und Obata für diese Idee. Mit ihnen gründete er im Mai 1949
die JKA (Japan Karate Association) und legt als erstes Ziel dieser
Organisation fest, Regeln für das Wettkampfkarate zu erarbeiten und mit
Hilfe von Instruktorenkursen Karate zu verbreiten. Nakayamas
Organisationstalent hilft ihm bei der Bewältigung dieser Aufgaben.
Funakoshi wird, wahrscheinlich ohne dessen Zustimmung, als
Ehrenvorsitzender der JKA eingesetzt.
Doch der Weg der JKA verläuft in den Jahren nicht so, wie er es sich
vorgestellt hatte. Viele namhafte Meister verlassen die JKA, um eigene
Organisationen zu gründen. Am Ende der 50er Jahre ist Nakayama fast
allein.
Schon 1947 heuert Nakayama als Trainer für die Karate-Klasse der
Takushoku-Uni an. Später, 1952, wird er zuständig für die körperliche
Ausbildung der Studenten. Im Rahmen dieser Stelle schafft er 1956 das
Instructor-Trainings-Programm der JKA. Die nach einigen Jahren der
Ausbildung fertigen Instructoren werden in die ganze Welt gesandt, um
Karate zu verbreiten. Dank Nakayama, der auch den Instructorenkurs
leitet, wächst die JKA sehr schnell und verbreitet Karate durch die
Instruktoren weltweit.
Als Nakayama am 15. April 1987 stirbt, fehlt es der JKA an einem
Nachfolger und die rasante Zersplitterung der JKA und des Shotokan
überhaupt beginnt.
Das Buch "Die Meister des Karate und Kobudo"
zu diesen Biographien gibt's hier
Quellen:
Hassell, Randall G., Conversations with the Master – Masatoshi Nakayama,
Focus Publications, 1983
http://www.fortunecity.com/olympia/baylor/285/nakayama.html
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